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Schlossgeschichten

Schloss kampehl im neuen Glanz



Nach einem Brand 1997 verließen die damaligen Pächter die Schlossruine Kampehl. Danach verfielen die Reste des Hauses zusehends.
Seit 2003 wird nun emsig versucht den weiteren Verfall des Gebäudes zu stoppen. Mit einer schrittweisen Sanierung wird das Schloss wieder zum Anziehungspunkt der Region und zum Ort für neues Leben.
Seit 2007 findet man im Kampehler Schloss eine private Kita, ein DDR-Museum und eine Galerie ……

Schloss Kampehl

Echte Schlossgeister - private Kita bringt junges Leben ins Schloss
Theatrum Ritter Kahlbuz - die besondere Ausstellung im Kampehler Schloss 
Ostalgie zum anfassen-  Ex- DDR- Museum im Schlosskeller 

  
Über die jüngere Schlossvergangenheit

Ringelspiel mit offenem Ausgang (03.02. 2000)
Finanzministerium sucht neuen Schlossherren für Kampehl
WOLFGANG HÖRMANN
KAMPEHL  „Hier sieht es aus wie gewollt und nicht gekonnt. Es ist ein Jammer mit dem Schloss."
Der Kampehler macht sich Luft. Es ist Mittwoch, und wie jeden Tag führt der Mann seinen Hund Gassi. Ließe er den schwarzen Quirl von der Leine, würde der sofort das Schlossgelände erkunden. Die Tore stehen weit offen. Jeder hat Zugang zum Gelände. Das Gebäude selbst gibt sich verschlossen, aber nicht mit ganzer Konsequenz. Die Eingangstür ist zwar zu, dafür steht ein Fenster offen, wäre auch die Terrassentür leicht aufzudrücken. Rundherum herrscht Stille. Die Trostlosigkeit dieser Tage passt zum Gebäude. Hier hat sich seit dem verheerenden Brand im Juni 1997 nicht viel verändert. Einen Täter fand die Polizei, die Versicherung hat auch gezahlt. Dennoch wurde es nichts mit dem versprochenen Neuanfang.
Im Dorf hat man nach wie vor Vorbehalte gegen den Eigentümer. Den Verein lebens- ART hatte das Land zum Schlossherren gemacht, indem es für 60 Jahre Erbbaupacht vergab. Jetzt ist man eifrig um Korrektur bemüht. „Wir haben im vergangenen Jahr den Erbbaurechtsvertrag gekündigt, weil der Pächter vertraglich vereinbarte Verpflichtungen nicht erfüllte. Unser Ziel ist es, eine anderweitige Verpflichtung einzugehen", sagt Martin Braun, Pressesprecher des brandenburgischen Finanzministeriums. Allerdings sei die Kündigung noch nicht vollzogen, alles

Das Schloss in Kampehl - beim Land sucht man dafür einen neuen Nutzer.

also noch beim Alten. Es gebe arge Probleme, einen Ansprechpartner zu finden, so Braun.

Der Verein lebens-ART ist beim Amtsgericht Neuruppin nicht mehr registriert, dafür aber beim Amtsgericht Charlottenburg zu finden.
Als 1.  Vorsitzender ist dort Frank Wallrodt eingetragen,  als 2. Vorsitzende Rita Thiesies. Letztere  schwört Stein und Bein, dass es den Verein tatsächlich nicht mehr gebe.  Eine Auflösung und damit Löschung aus dem Amtsregister sei aber nicht möglich, weil noch reichlich Gläubiger Forderungen hätten, der Verein selbst wiederum auch noch Geld zu bekommen habe. Außerdem sei das Schloss vor gut anderthalb Jahren an die Terra GmbH übergegangen. Geschäftsführer: Frank Wallrodt. „Alles ist ordentlich übergeben worden", versichert Frau Thiesies. 
Beim Finanzministerium zuckt man dazu nur mit den Schultern. Man habe von einem solchen Ansinnen zwar gehört, das Einverständnis aber verweigert, sagt Sprecher Braun. Das gelte übrigens auch für das Grundstücks- und Landesvermögensamt. Martin Braun: „Wir haben einen Vertrag mit dem Verein lebens-ART. Ein anderer Geschäftspartner ist in diesem Vertrag nicht eingetragen."
Wie dieses Ringelspiel am Ende ausgeht, ist jetzt noch nicht zu sagen. Fakt ist, dass ein Teil der Versicherungssumme nach dem Millionen-Brandschaden 1997 an den Pächter gezahlt worden ist, der es für die Instandsetzung einzusetzen hatte. Als man beim Ministerium mit den Baufortschritten nicht einverstanden war, habe man die restliche Summe einbehalten, so Braun.
Geschäftsführer Frank Wallrodt, der noch vor zwei Wochen von einem Ultimatum sprach, das er dem Grundstücks- und Vermögensamt gestellt habe - dort solle man klipp und klar sagen, wie es mit dem Schloss weitergeht, ansonsten werde er sich an den Petitionsausschuss des Landtages wenden - möchte sich dazu derzeit öffentlich nicht äußern. Man korrespondiere im Moment ständig mit  dem Grundstücks- und Vermögensamt. Er hoffe, dass sich, das Problem lösen lasse.
Wann die Friedhofsruhe neben dem ledernen Ritter Kahlbutz endet, weiß noch keiner.
Quelle: MAZ vom 03.02.2000
Foto: Hörmann
 

Schloss ist verkauft (12.09.2003)
KAMPEHL (rezu) Neuer Anfang für Gebäude in Kampehl

Schloss Kampehl. Ein Notdach bedeckt bereits den Anbau.

Schloss Kampehl hat einen neuen Besitzer. Es ist der einheimische Geschäftsmann Reinhard Kort. Er erwarb das geschichtsträchtige Gebäude samt umliegendem Areal. Dazu gehört auch eine Sporthalle aus DDR-Zeiten.
  
Schloss hat neuen Besitzer
Schloss Kampehl hat seit dem 27. August 2003 einen neuen Besitzer. Es ist der einheimische Geschäftsmann Reinhard Kort. Interessiert haben sich für das geschichtsträchtige Gebäude samt umhegendem Areal viele. Drei Gebote wurden dann nach der Ausschreibung im Jahr 2000 abgegeben, erfuhr MAZ von der Pressestelle des Brandenburger Finanzministeriums. Zwei Bieter traten wieder zurück. Für den neuen Besitzer ist vorerst Wintersicherung des Hauses angesagt. Auskunft zur zukünftigen Betreibung will Reinhard Kort noch nicht geben. Nur so viel: Konventionelle Gastronomie und Hotelbetrieb scheiden aus. Die dazugehörige Sporthalle aus DDR-Zeiten können interessierte Vereine schon in zirka sechs Wochen nutzen.
Quelle: Kyritzer Tageblatt vom 12.09.2003
Foto: rezu
 

„Alles noch nicht spruchreif (22.12.2006)
Das Kampehler Schloss und sein Umfeld werden wieder ansehnlich – und der Investor redet nicht gern darüber
ALEXANDER BECKMANN
KAMPEHL  Die Torpfeiler am Kampehler Schloss sehen aus wie neu; die Nebengebäude aus DDR-Zeiten erstrahlen im gleichen leuchtenden Gelb. Da tut sich doch was!
Urheber ist Reinhard Kort (52). Auf den Kampehler gehen unter anderem schon der „Töpferhof" und die „Ritterbutze" im Kahlbutz- Dorf zurück. Vor drei Jahren hat er dann auch das Schloss samt Park und Nebengebäuden gekauft. Nach langem Zögern. Regelrecht breitschlagen lassen habe er sich von Bekannten, bei der Ausschreibung mitzumachen. Am Ende sei er als einziger Interessent übrig geblieben.
Ein Schnäppchen habe er nicht gemacht. „Das war im Grunde ein großer Misthaufen", berichtet Kort. „So was hatte ich gar nicht erwartet. Alles war hinüber." Dass Ende der 90er-Jahre ein Feuer das Schloss schwer beschädigt hatte, wusste Kort natürlich. Doch Jahre des Leerstandes hatten dem gesamten Gebäudekomplex weiter zugesetzt: Die vom Frost zerstörte Heizungsanlage und undichte Dächer hatten überall zu Wasserschäden geführt. In der Sporthalle des einstigen Kinderheimes gammelte das Parkett. Fenster waren zerbrochen, Mauerwerk geborsten. Da habe er sich eben an eine Komplettsanierung gemacht.
Und viel mehr will der Kampehler gar nicht erzählen. Schließlich sei längst nicht alles fertig. „Noch nicht spruchreif", nennt Kort das. „Die Leute" sollen ihn nicht für einen Schwätzer halten. Dabei sind die Veränderungen rund ums Schloss kaum zu übersehen.
 
Neuer Glanz an allen Ecken
Beispiel ehemaliges Schulgebäude: In dem Zweigeschosser gibt es jetzt vier modern ausgestattete

Die aufgefrischten Torpfeiler fallen am Kampehler Schloss als Erstes ins Auge. Dabei repräsentieren sie nur einen Bruchteil des Baufortschritts der vergangenen drei Jahre.

Wohnungen. Und: Nein, die Vermietung sei kein Problem gewesen, so Kort.

Oder die Sporthalle - als Dreifeldhalle einst die größte und modernste im Altkreis Kyritz.
Das Parkett ist repariert, Putz und Decke sind erneuert. Die Heizung funktioniert wieder. Im Anbau finden sich sauber eingerichtete Dusch- und Umkleideräume und sogar eine richtig schicke Sportlerklause samt Veranstaltungsraum, wo auf Bestellung jeder feiern kann. Erst vor einer Woche ist alles fertig geworden. „Schon etliche Vereine haben Bedarf angemeldet", freut sich Investor Kort.
Oder das ehemalige Heizhaus: Viel mehr als die Außenmauern waren nach einem Brand nicht übrig. Eigentlich sollten die Reste abgerissen werden. Nun hat das Haus ein neues Dach und steht wieder sicher. „Erst mal als Reserve", sagt Reinhard Kort. Vielleicht lasse es sich auch irgendwann einmal für alternative Heizungstechnik nutzen.
Rein äußerlich ist am Schloss selbst noch nicht viel Veränderung auszumachen. Doch alle Fenster haben wieder Scheiben, die Balustrade der Eingangstreppe ist repariert. Auch das Dach sei wieder dicht, versichert Reinhard Kort, die Mauern trocken, die verrottete Abwasseranlage erneuert, Schornsteinköpfe gesichert. „Das Schloss hat jetzt wieder 'ne solide Grundsubstanz."

Bunte Vielfalt im Schlossgebäude 

Erst vor einer Woche wurde der Treffpunkt für Sportler, Vereine und Familienfeiern an der nun wieder nutzbaren Sporthalle fertig.

Zufrieden gibt sich der Kampehler damit nicht. Im Inneren sind Handwerker dabei, die vom Feuer, und den Jahrzehnten verwüsteten Räume für eine neue Nutzung herzurichten. Fußböden müssen zum Teil ersetzt und fast immer aufgearbeitet werden.
Die kaputten Heizkörper sind schon ausgetauscht, die Elektrik funktioniert zumindest im Erdgeschoss wieder. Nächstes Jahr soll Farbe an die Fassade.
Dabei steht - zumindest nach Aussage des Bauherren -noch nicht einmal endgültig fest, was aus dem Haus werden soll. Im Souterrain findet sich bereits seit einiger Zeit die Sammlung von Ernst-Felix Rutsch zur Industriegeschichte. Die soll da auch bleiben, wenn es nach Reinhard Kort geht. Er stellt sich vor, dort außerdem Läden zur Vermarktung regionaler Produkte unterzubringen. Platz sei schließlich mehr als genug. Touristen sollen herkommen. Einen Partner dafür hat Kort im Verein „Erlebnisdorf Kampehl" gefunden. „Ich schaff das alleine nicht alles." Seine Vision: Kampehl mit seinem Kahlbutz als Verbindungsglied zwischen dem Neustädter Gestüt und der Kyritzer Seenkette.
Auch für die beiden oberen Geschosse des Schlosses gebe es bereits Interessenten. Bildungsveranstaltungen und Kunst - mit Details hält der Kampehler sich noch zurück. Erstmals in seinem Leben habe er Fördermittel beantragt. Wohl fühle er sich damit nicht. „So läuft doch keine Wirtschaft." Lieber würde er Schritt für Schritt vorgehen - wenn es sein muss, über Jahre.;Aber andere hätten es eben lieber schneller.
 
Kompetente Partner gefunden
Von seiner ursprünglichen Idee des betreuten Wohnens im Schloss hat er sich längst verabschiedet. Schon aus Gründen des Denkmalschutzes sei das kaum zu verwirklichen gewesen.
Die Industrie- und Handelskammer in Neuruppin, mit der Kort engen Kontakt hält, habe ihn auf die Idee eines Hotels für Behinderte und mit der Rheinsberger Fürst- Bismarck- Stiftung in Kontakt gebracht. Diese betreibt so eine Einrichtung in der Prinzenstadt seit Jahren mit Erfolg. Mit solch einem stark nachgefragten Angebote könne sich die Region bundesweit profilieren, ist Kort überzeugt. Natürlich seien auch die Verhandlungen (wieder einmal) längst nicht spruchreif. Doch einen Bauplatz im inzwischen penibel  aufgeräumten Park hat Kort schon ausgemacht. Auch die Verhandlungen mit dem Denkmalschutz seien inzwischen vorangekommen.
Viel hat sich in den vergangenen drei Jahren rund ums Kampehler Schloss getan. Und es sieht ganz aus, als würde es noch weiter gehen - vielleicht gerade weil Reinhard Kort nicht gern darüber redet.
Quelle: MAZ vom 22.12.2006
Fotos: Alexander Beckmann

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Echte Schlossgeister - Kita bringt junges Leben ins Schloss

„Schlossgeister" bald startklar
Im ehemaligen Kampehler Gutshaus eröffnet im April 2007 eine Kita
SANDRA BELS
KAMPEHL  Kleine Geister treiben im ehemaligen Schloss Kampehl bald ihr Unwesen. Das ist kein Märchen, sondern wahr. In einem Seitenflügel des Gebäudes öffnet im April die Kita „Schlossgeister" ihre

 Bettina Kopp (li.) und Doreen Schacht haben den Elternverein mitgegründet. Karin Ribbe (r.) wird die Kinder betreuen.

Pforten. „Wenn alles gut geht und wir alle Genehmigungen haben", sagt Bettina Kopp aus Ganzer. Sie ist die Vorsitzende der „Elterninitiative für die Erziehung der Kinder", die sich im Januar gegründet hat. 15 Eltern gehören der Initiative an, die Träger der Kita ist.
Auf den 144 Quadratmetern sieht es gegenwärtig noch nicht einladend aus. Aber die Arbeiten in den zwei großen Räumen gehen voran. Davon überzeugen sich Bettina Kopp und Vorstandsmitglied Doreen Schacht aus Neustadt regelmäßig. Auch einige der künftigen „Schlossgeister" waren schon dort. Sie kamen mit Tagespflegemutti Karin Ribbe aus Neustadt und nahmen die großen Schuttberge genau unter die Lupe. Karin Ribbe muss sich im April von den Kleinen nicht verabschieden. Sie wird eine von zwei Erzieherinnen der Kita und beim Verein angestellt. Wer das Duo komplett macht, steht noch nicht fest. „Da muss die Chemie stimmen", meint Bettina Kopp. Zudem sollte sich die Erzieherin nicht nur mit dem Konzept der Eltern anfreunden, sondern es auch umsetzen. Eine gesunde Lebensweise steht an erster Stelle. Viel Obst und Gemüse, wenig Fleisch und Bewegung bei jedem Wetter sollen die Kinder bekommen, regelmäßige Saunagänge inklusive. Zudem wird freies Spielen bei den „Schlossgeistern" groß geschrieben. „Wenn ein Kind gerade Spaß am Perlenauffädeln hat, kann es das so lange tun, wie es möchte", erklärt Bettina Kopp. Verschiedene Projekte sollen das Kitaleben komplett machen. Die Eltern denken z. B. an das Anlegen einer Kräuterspirale im Garten. Zudem wollen sie selbst aktiv mitarbeiten und erwarten das gleiche auch von den anderen Müttern und Vätern.
Zwölf Kinder sind bereits für einen Platz bei den „Schlossgeistern" vorgemerkt. 20 dürfen es werden. Bis sie sich in den Räumen so richtig wohl fühlen können, gibt es noch jede Menge Arbeit. Turnraum, Snoozleraum, Waschraum, Küche und Themenecken müssen erst einmal Gestalt annehmen. Vermieter Reinhard Kort packt hier und da mit an. „Er lässt sogar einen Dielenboden verlegen", freut sich Doreen Schacht. Das Malern und Einrichten übernimmt dann die Elterninitiative, ebenso den Bau , des Spielplatzes im Schlossgarten, der aus Robinienholz bestehen soll. „Dafür werden noch Helfer gebraucht", sagt Bettina Kopp und hofft auf die Unterstützung aus der Region. Gern nehmen die Eltern auch Spielzeug oder Möbelspenden. Wer mehr über die Kita und ihr Konzept wissen oder helfen will, kann sich unter S 0151/58 12 88 52 melden.
Quelle: MAZ vom 10.02.2007
Foto:Bels

Muntere Geister im Schloss
Kampehl: Elterninitiative gründet private Kita / Viel Freiraum für persönliche Entwicklung der Kinder
RETRA WASCHESCIO 
Frischer Wind weht durchs Kampehler Schloss: Seit April tummeln sich eine Handvoll Kinder quicklebendig im Erdgeschoss und Park des Anwesens, die Muff und Staub vergangener Zeiten den Garaus macht. Sie besuchen dort die Kita „Schlossgeister", die vor gut eineinhalb Monaten von einer Elterninitiative ins Leben gerufen wurde.
 
Nicht als Konkurrenz, wohl aber als Ergänzung zum kommunalen Kita- Angebot will Bettina Kopp,

Nur die ganz Kleinen brauchen nach dem Spaziergang noch Hilfe beim Schuheausziehen von Karin Ribbe. Die anderen probieren es schon allein.                          

Vorsitzende des Elternvereins, die neue Einrichtung verstanden wissen. Die Kita will der individuellen Entfaltung der Kinder breiten Raum lassen. „Bei uns wird es nicht so sein, dass alle Kinder gleichzeitig an einem Projekt sitzen, sondern wir wollen Angebote machen, aus denen die Kinder wählen können", sagt Bettina Kopp. Ein Verzicht auf klare Regeln sei damit nicht gemeint, betont Kopp. Die Angebote orientieren sich am momentanen Entwicklungsstand der Steppkes und an dem, was sie zurzeit beschäftigt.
 
Dazu bieten die vier Räume der Kita beste Voraussetzungen: Großzügig und in unterschiedlichen warmen Farbtönen gestrichen, laden sie ein, sich in Bau- oder Leseecke zu beschäftigen. Wer basteln möchte, findet im Bastelraum Material zur freien Verfügung. Die einzige Regel für die Kids: Sie müssen es wieder zurückräumen.
 
Eher für ruhige Minuten ist der Snoozle- Raum gedacht. Mit Lampen, die ihre Farben wechseln, einer Wassersäule, der Kuschelecke, Mobiles und Seidentüchern, werden dort in entspannter Atmosphäre die Sinne geschult. Der große Schlafraum wird vor der Mittagsruhe und danach als Bewegungsraum genutzt. „Der ist ständig offen. Das ist uns ganz wichtig, dass die Kinder sich ständig frei bewegen können", sagt Bettina Kopp.

Überhaupt ist die Mitinitiatorin der Kita froh über die großen Räume im Schloss: „Wir wollen Platz haben, damit die Kinder immer laufen und sich bewegen müssen, wenn die zum Beispiel von der Leseecke an das Bastelregal wollen. Bewegung ist wichtig für die körperliche und geistige Entwicklung." Deswegen machen die Schlossgeister auch so oft es geht den Park unsicher: „Wir gehen ganz, ganz viel raus, damit die Kinder den Umgang mit der Natur lernen", so Kopp. Geplant ist darüber hinaus noch, einmal in der Woche mit den Kleinen in die Turnhalle zu gehen und die Sauna zu besuchen.

Eingewöhnung?
Wenn Bettina Kopp von wir spricht, meint sie vor allem Erzieherin Karin Ribbe, aber auch die Eltern. Denn die sind in die Arbeit in der Kita eingebunden. Die Wäsche, die in der Einrichtung anfällt, wird zuhause gewaschen, und geputzt werden muss auch. „Aber es gibt nicht nur Arbeit für die Eltern", sagt Bettina Kopp.
 
Gemeinsame Veranstaltungen sind geplant oder Grillabende. Und vor zwei Wochen standen die Eltern auf dem Kampehler Bauernmarkt und haben selbst gebackenen Kuchen verkauft. Um die Kita- Kasse aufzubessern. Denn außer dem Zuschuss des Kreis, der 84 Prozent der Kosten für das pädagogisch notwendige Personal übernimmt, müssen die Eltern für alles selber sorgen.
 
Zurzeit besuchen zehn Kinder zwischen einem Jahr und knapp fünf Jahren aus dem Amt Neustadt und Wusterhausen die Einrichtung. Fünf weitere sind bereits angemeldet. Deswegen ist der Verein derzeit auch auf der Suche nach einer zweiten Erzieherin. Viel mehr Kinder sollen es aber nicht werden. „Wir wollen eine kleine Einrichtung bleiben", sagt Kopp.
 
Die Beiträge richten sich, leicht modifiziert, nach denen, die im Amt Neustadt gelten und sind ebenfalls sozial, nach Einkommen, gestaffelt. Geöffnet ist die Kita meist ab 6.30 Uhr bis etwa 17 Uhr. Das richte sich danach, was mit den Eltern abgesprochen wird.     Infos unter der Rufnummer (Ol51) 581 288 52
Quelle: Märker vom 20.Mai 2007
Fotos: Foto: Waschescio

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Die Frauen des Kalebuz- die besondere Ausstellung 
 
Die Frauen des Kalebuz
Eine Ausstellung entsteht / Zeichnungen von Reinhüde Dech
KAMPEHL« (mann ) Ritter Kalebuz geistert durch die Gegenwart. Die Mumie lässt sich in der Feldsteinkirche von Kampehl bestaunen. In den dazugehörenden Erklärungen kommt der Schwerenöter nicht gut weg.
Zu Recht. Er muss ein schlechter Mensch gewesen sein. Indizien dafür sind überliefert. Der feige Mord an einem Schäfer gilt als wahrscheinlich, sicher indes ist, dass Kalebuz, den man später auch Kahlbutz nannte, mit dem schönen Geschlecht umsprang, wie es ihn gedünkte. Er schrieb dem Mann die Frau, der Frau den Mann vor, und er besaß das Recht der ersten Nacht. Mindestens 30 uneheliche Kinder sollen aus diesem erzwungenen Beischlaf hervorgegangen sein.

Reinhilde Dech fotografiert haufig, ehe sie zum Stift greift. 

„Besudelt" heißt dieses Werk. Die grafische Arbeit in Ausziehtusche ist für die Ausstellung vorgesehen. Bei anderen Zeichnungen hat Reinhilde Dech noch die Qual der Wahl.      

Kalebuz und die Frauen - das ist also ein heikles Kapitel aus dem Buch der Geschichte. „Kalebuz und die Frauen" kommt deshalb jetzt als erste Ausstellung im Schloss Kampehl für ein Jahr lang ins Rampenlicht.
Das wirft seinen Schein auf sechs Bilder der Neustädterin Reinhilde Dech und auf ebenso viele Fotografien des Wutikers Ingolf Seidel.
Reinhilde Dech hat den Großteil ihres Anteils - Auftraggeber ist der Erlebnisdorf Kampehl e. V. - bereits fertig, obwohl erst im Mai die Vernissage ansteht.
Die Künstlerin aus dem Vogelsang ist mit Leidenschaft an das Thema herangegangen, hat Modelle fotografiert, danach gezeichnet, Collagen gefertigt, hat Freunde begutachten lassen, verworfen, ist neu an das Thema herangegangen.
Resultate zeigen durchweg das feminine Opfer. „Besudelt", „Maria Leppin sagt Nein", „ Und bist du nicht willig ..." sind die Titel einiger Arbeiten, die seit Januar entstanden. „Sira Ulrich vom Verein Erlebnisdorf Kampehl kam da auf mich zu. Ich war sofort bereit, mitzumachen", sagt die frühere Kunsterzieherin, die ihre ganze Wohnung zum Ausstellungsraum in eigener Sache gemacht hat.
Mit Ingolf Seidel bilde sie ein gutes Gespann, sagte die Künstlerin gestern. Auf seine Arbeiten ist sie gespannt. „Ich glaube, er geht ganz anders an das Thema heran", mutmaßt Reinhilde Dech.
Gegensätze können sich eben auch manchmal ergänzen,     
Quelle: MAZ vom 17/18.03.2007
Fotos: dech, hörmann

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Ostalgie zum anfassen-  Ex- DDR- Museum im Schlosskeller 
 
Schloss mit Untermieter
Ernst- Felix-Rutsch zieht nach Kampehl um
Schloss Kampehl hat nicht nur einen neuen Eigentümer, sondern auch einen Untermieter. Es ist Ernst-Felix rutsch, der zuvor neun Jahre lang in der ehemaligen Papierfabrik Hohenofen ein Museum einrichten wollte.

Treppe rauf in den Keller
Ernst-Felix Rutsch wird demnächst Nachbar von Ritter Kahlbutz
WOLFGANG HÖRMANN
KAMPEHL  „Zwei Federn sind abgerissen, ansonsten ist das Ding tipptopp." „Und was ist das Ding?"

Die alten Setzkästen sind eine Neuanschaffung. In den Kellergewölben von Schloss Kampehl darf Ernst-Felix Rutsch sie ausstellen und auch sonst schalten und walten. Der 63-Jährige muss die ehemalige Papierfabrik Hohenofen zum 31.Oktober 2003 verlassen

Ein Bostontiegel, Teil einer alten Druckerei." Die Antwort klingt so selbstverständlich, als hätte der von Neugier geplagte Frager nach der Uhrzeit gefragt und sie gerade genannt bekommen.
Das Musterstück einer alten Druckerei steht also auf offener Ladeklappe eines grünen Transporters und lässt sich begaffen. Das Auto wiederum parkt vor dem Portal von Schloss Kampehl.
Der Schlossherr ist nicht da. Aber sein Untermieter: Ernst-Felix Rutsch. Der Sammler alles Alten richtet sich neu ein. Die ehemalige Patent-Papierfabrik Hohenofen, in der er am 31. dieses Monats exakt 3257 Tage in einem Wohnwagen campiert haben wird, ist Geschichte. Neun Winter waren hier „rutschig". Vom Caravan aus war der selbsternannte Museumsdirektor die für einen Einzelnen nicht zu stemmende Aufgabe angegangen, das Übriggebliebene zwischen Filterteichen, Bundesstraße 102 und Bahnlinie zu erhalten.
„Für mich endet ein prägender Lebensabschnitt. Ich ziehe auf Wunsch aus der Patent-Papierfabrik aus. Andere buchen einen Abenteuerurlaub im Reisebüro, ich hatte bei der Treuhand einen Abenteuerurlaub in der alten Papierfabrik gebucht." Der O-Ton des 63-Jährigen klingt bitter.
Die meisten seiner Wünsche dürften sich nicht erfüllt haben.
Achtung, die man der ungebrochenen Sammelleidenschaft entgegenbrachte - der Landkreis Ostprignitz-Ruppin verlieh ihm einen Kulturpreis - war oft nur oberflächlich. Dabei hat Rutsch selber auch am Ast gesägt, auf dem er saß. Alles zu erhalten, immer neues Altes heranzuschaffen, öffnete einer Verzettelung zwangsweise das Tor.
Der Blick zurück ist allerdings bei weitem nicht nur ein Blick im Zorn. „Ich möchte die Zeit nicht missen, denn ich habe die Menschen in den neuen Bundesländern kennen und schätzen gelernt und Freunde gewonnen. Eines meiner Ziele ist erreicht. Die Technik und ein Teil der Gebäude'' der alten Patent-Papierfabrik sind unter Denkmalschutz .gestellt und damit hoffentlich vor dem Untergang bewahrt", so das Resümee des früheren Kielers.
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Blick ins DDR-Museum im Kampehler Schloss

Es sieht so aus, als falle er die Treppe rauf. Die künftige Adresse lautet ab dem 1. November 2003 Schloss Kampehl.
Reinhard Kort, neuer Besitzer des Hauses, überlässt Rutsch für die nächsten zwei Jahre die komplette Kellerregion für seine Expositionen und auf dem Gelände eine Wohnung. „Wenn ich dann selber Verwendung für den Keller habe, werden sich in Kampehl andere Räume finden, sorgt Reinhard Kort für gute Aussichten.
Im bevorstehenden Winter will Ernst-Felix Rutsch alles vorbereiten, um ab Frühjahr 2004 „Erlebnis-Ausstellungen" anzubieten. Ritter Kahlbutz ist künftig sein Nachbar. Bei dem stehen die Leute Schlange, um einen Blick auf - die Lederhaut zu erhaschen. Von diesem Andrang erhofft sich der Neu-Kampehler, etwas abzubekommen. Was es zu sehen gibt, will er noch nicht verraten. Old- Drucktechnik wird dabei sein. Der Bostontiegel ist ja schon angekommen.
Quelle: Märkische Allgemeine,  Kyritzer Tageblatt vom 11/12. Oktober 2003

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