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Mittelalterspektakel 2007 in Kampehl
 
Vorinformation

Zwei Tage wie bei den alten Rittern

Showteam ExcaliburKAMPEHL Im Schlosspark Kampehl bei Neustadt an der Dosse hält am nächsten Wochenende das Mittelalter Einzug. Zwei Tage lang wird mit Minnesängern, Axtwerfern und Handwerkszünften ein Mittelalterspektakel gefeiert. Auch ein mittelalterliches Badehaus mit zwei großen Badezubern gibt es zu bestaunen.
 
Als Höhepunkt der Veranstaltung wird es jeweils Samstag und- Sonntag zwei Ritterturniere geben sowie das mit Spannung erwartete Duell der Excalibur- Ritter gegen die Reiter vom Neustädter Haupt- und Landgestüt. Das Markttreiben beginnt an beiden Tagen um 11.00 Uhr. Der Eintritt kostet an der Tageskasse für Kinder 5 Euro, Erwachsene zahlen 9 Euro.
BRAWO vom 15.07.2007

Die Herausforderung

Bei Ritterkämpfen in Kampehl mischen Neustädter Gestüter mit

Herausforderung zum Duell in KampehlNEUSTADT Wenn das mal gut geht! Neustadts Landstallmeister Jürgen Müller hat gestern eine Herausforderung zum Duell angenommen. Klugerweise lässt er andere kämpfen. Hannibal, dem Großmeister von Askanien, alias Jörg Kasten, ist das schnuppe. Wichtig ist, dass es scheppert im Sommer.
Davon allerdings ist tatsächlich auszugehen, denn die Herausforderung betrifft einen Kampf auf Pferden.
 
Die Rolle aus festem Karton, die Hannibal gestern überreichte, enthält folgenden Text: "Ehrwürdiger Landstallmeister vom Haupt- und Landgestüt zu Neustadt an der Dosse, der Ritterorden von Askanien fordert am heutigen Tage Eure berittenen Männer zu einem Wettstreit auf Pferden heraus. Ihr solltet erscheinen zum ritterlichen Zweikampf um Ehr und Ruhm am 21. und 22. Juli des Jahres 2007 im mittelalterlichen Schlosspark Kampehl."
 
Ritter Hannibal im 21. Jahrhundert war nicht auf dem Rücken eines feuerigen Rosses, sondern im stinknormalen Auto zum Sitz des Landstallmeisters der Havelberger Straße gekommen. Daraus ist schon leicht zu erkennen, dass es sich bei dem beabsichtigten Spektakel um eine gut getimte Marketingidee handelt. Hinter der steckt Reinhard Kort, der sich selber schon zu Werbezwecken in einer Ritterrüstung ablichten ließ.
 
Dem Geschäftsmann vom Töpferhof, dem Schloss Kampehl samt Park gehört, ist es trotz einer überaus regen Gastronomie immer noch viel zu langweilig im Ort der berühmten Mumie des Ritters Kahlbutz. Dieser Unhold liegt zwar seit Jahrhunderten still in seinem Sarg unter Glas, bekommt aber im Sommer beim Duell der Giganten ebenfalls seinen Part. Worum es dabei gehen könnte, wurde gestern noch nicht verraten.
 
Nur so viel ist schon reif für die Öffentlichkeit: Am 21. und 22. Juli findet auf dem festlich und altertümlich geschmückten Parkgelände in Kampehl ein mittelalterlicher Markt statt. Die Showtruppe "Excalibur", spezialisiert auf unblutige Kampfspektakel, zeigt bei diesem Markt ihr Können. "Einer aus der Truppe hat mal in Neustadt gelernt", sagt Reinhard Kort.
 
Jetzt zeigt er mit seinen Gesellen, was er draufhat. Einbezogen sind nun – seit gestern gibt es da kein Zurück mehr – "Nachwuchs-Ritter", die im richtigen Leben als Neustädter Gestüter ihre Brötchen verdienen. Die Männer erhalten eine Extra-Ausbildung. Ein 3-Tage-Lehrgang müsste dafür ausreichen. Nach dem Turnier soll es dann noch eine Feuerschau mit Pferden geben.

Das Ganze versteht sich als Teil einer Veranstaltungsreihe im Schlosspark Kampehl. Dazu gehören am 30. Juni die 3. Rocknacht und am 18. August die 2. Kahlbutz-Nacht mit Konzert und Kabarett in der Kirche sowie Live-Musik in allen Gaststätten von Kampehl.
WOLFGANG HÖRMANN, HANS-WERNER THORMANN
Quelle: MAZ vom 3.März 2007

Nachbetrachtungen

 

Hingefunden

Saftiges auf dem Ritterfest in Kampehl

Reiter des Neustädter Gestüts beim Ritterfest in Kampehl

Samstag war das Wetter auch ohne Arbeit am offenen Feuer schweißtreibend. Dieser Braten ging weg wie die berühmten warmen Semmeln. Das Angebot für den Magen war abwechslungsreich.       

Neustädter Gestüter werden nicht alle Tage zum RIngestechen herausgefordert. Jetzt war es aber soweit. Sie gaben sich Mühe und entschieden vergangenen Sonnabend den Wettbewerb gegen die Showstars sogar für sich.

 WOLFGANG HÖRMANN
Der Aufgalopp war vielversprechend. Was Vater und Sohn Kort samt Helferschar im Schlosspark von Kampehl auf die Beine stellten, traf den Nerv des zahlenden Publikums. Zwar mag mancher empfunden haben, dass hohes Niveau und Klamauk dicht beieinander lagen, aber so ist es nun mal, wenn Gaukler losgelassen werden. Gestern ging nichts mehr. Das ist ärgerlich aber eben höhere Gewalt. Nur Schlammschlachten hätte man sich noch liefern können. Die aber standen nicht im Programm. Wer mit Vorfreude im Bauch zum Eingangstor gekommen war, um sich mittelalterlich zu fühlen, der sah schließlich ganz alt aus.
 
Bei natürlich freiem Eintritt konnte sich jeder von der Kraft der Naturgewalten überzeugen. Die Leute hatten Verständnis. Sie dürfen sich vorfreuen. Das mittelalterliche Marktspektakel erlebt am gleichen Juli-Wochenende des kommenden Jahres seine Neuauflage. Dann beginnt es schon am Freitagabend, uni zweimal die Wirkung des Feuers bei den artistischen Vorführungen zu später Stunde und möglichst laue Sommernächte auskosten zu können. Was bleibt? Ein wirklich schöner Sonnabend und viele Menschen, die Kampehl fanden. So wird das Wiederkommen leichter.

Amazone der Showgruppe Excalibur auf dem Ritterturnier in Kampehl
Die Showgruppe Excalibur brachte zwei bezaubernde Blondinen mit aufs Schlossgelände. Sie standen ihren männlichen Kollegen was Reitkunst und Treffsicherheit bei den Spielen betraf in nichts nach. Der Streit, der zum Gaudi aller ausgetragen wurde, drehte sich um Ritter Kalebuz und natürlich das schöne Geschlecht.

 Ritter trifft Fußvolk

Starkregen halbiert mittelalterliches Spektakel in Kampehl
WOLFGANG HÖRMANN
KAMPEHL ■
Der Neustädter Ortsteil Kampehl ist am vergangenen Wochenende tief ins Mittelalter eingetaucht. Auf dem Schlossgelände wurde den zahlreichen Besuchern aus nah und fern ritterliches Spektakel vom Feinsten geboten. Anteil daran hatten u. a. Darsteller der Gruppe Excalibur und die Bruderschaft vom Bullengraben, die regelmäßig übers Festgelände patroullierte, sich Schaukämpfe lieferte und so reichlich Aufsehen genoss.
 Showgruppe Excalibur auf dem Ritterturnier in Kampehl
Sie zogen mit Abstand die meisten Zuschauer an. Die Showgruppe Excalibur begeisterte die Zuschauer mit Zweikämpfen, Ritterspielen auf rassigen Pferden, gewürzt mit reichlich Klamauk. Ihr Chef Nicki Pfeiffer (links) war einst beim Neustädter Gestüt.

Musikgruppen und Gaukler bereicherten das Gebotene mit mittelalterlichem Markttreiben. Wie abgesprochen, beteiligte sich das Brandenburgische Haupt- und Landgestüt an den Reiterspielen mit dem Showteam Excalibur. Selbst Ritter Kalebuz ließ es sich nicht nehmen, kurz mal ins Leben zurückzukehren, um in die Kämpfe einzugreifen, wobei er seinem Ruf als ungehobelter Klotz, Raufbold und Unhold total gerecht wurde. Das Spectaculum zu Pferde und bei den Zweikämpfen zog allerdings am Samstagabend so viele von den Verkaufsständen ab, dass einige der Händler schon lange Gesichter machten.
 
Der Andrang hat die Veranstalter um Daniel Kort am Sonnabend überrascht. Am frühen Vormittag bildete sich eine Schlange an der Kasse vor dem Haupteingang, die einige der Besucher zum Umkehren bewog. Andere störten sich am Eintrittspreis mit neun Euro für Erwachsene, fünf Euro für Kinder. „Aber solch eine Show hat nun mal ihren Preis. Wir wollten den Besuchern aber auch nichts Zweitklassiges anbieten", verteidigte Reinhard Kort die Festlegung der Eintrittspreise.  
 
Tatsächlich konnte jeder auf seine Kosten kommen. Die Verkaufsstände hatten ein abwechslungsreiches Angebot in petto. Nichts doppelte sich. Vertreter des historischen Schaugewerbes aus Löbau boten Backwaren an, die man hier eher selten bekommt. Künstler wurden nie müde, alte Handwerkstechniken zu erklären. Selbermachen ging auch, zum Beispiel beim Bogen oder Armbrustschießen.

Showgruppe Excalibur auf dem Ritterturnier in Kampehl
Der gehörnte Kopf der Kuh auf dem Wams zeigt an: Hier kommt der freye Clan der Bruderschaft vom Bullengraben. Er machte das Leben des mittelalterlichen Treibens in Kampehl bunter. So sehr die Mitglieder auch die Vergangenheit mögen, auf das Heute wollen sie auch nicht verzichten. Schließlich gibt es www.bullengraben.de. 

Besonderes Flair breitete sich am Sonnabend in den letzten drei Stunden bis Mitternacht aus. Zahlreiche Fackeln erhellten den Platz. Gaukler zogen zu rasanten Klängen aus Dudelsack, Trommel und Flöten noch einmal alle Register. Zuschauer applaudierten wie toll, riefen nach Zugaben, bekamen mehr als einmal ihren Wunsch erfüllt.

Nicht unerwähnt soll bleiben, dass Theatrum im Schlossgebäude als zusätzlicher Anziehungspunkt gut angenommen wurde. Seit seiner Eröffnung gab es hier den 500. Besucher. Wie andere, die für einen Euro Eintritt hereinschauten, sahen sie sich die Mode aus Ritters Zeiten der Berlinerin Petra Böhm an. Noch einmal bestand zudem die Möglichkeit die Ausstellung „Ritter Kalebuz und die Frauen" mit Werken von Reinhilde Dech und Ingolf  Seidel zu besichtigen. Finissage ist erst am kommenden Wochenende.

Gestern war dann allerdings Schluss mit lustig. Die Akteure, die zum großen Teil in ihren Zelten übernachtet hatten, standen am Morgen knöcheltief im Wasser. Reiterspiele waren wegen des rutschig gewordenen Geläufs schier unmöglich. Bleibt das Warten auf eine Fortsetzung. Die ist für 2008 schon fest im Plan.                           
Quelle: Kyritzer Tegeblatt vom 23.07.2007
Fotos: Thormann und Hörmann

Bad im Freien auf dem Ritterturnier in Kampehl Antje Schmidt auf dem Ritterturnier in Kampehl
Alles war möglich, auch ein Bad im Freien Antje Schmidt vom Kunsthof

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